Konzept

Den Kern der Initiative ErzählZeit bilden einjährige Langzeitprojekte in Grundschulen, im Frühförderbereich werden Kindergärten eingebunden. Um möglichst viele Berliner Schulen mit dem Projekt vertraut zu machen, gibt es auch Kurzzeitprojekte. Die Erzählveranstaltungen behaupten konsequent die Konzentration auf das gesprochene Wort und auf eine literarische, vom Alltag deutlich unterschiedene Sprache.
Die Strukturen, Bilder, Motive und Stilmerkmale des Volksmärchens verwurzeln sich in der Phantasie der Kinder. In ihren Nacherzählungen und im Geschichtenerfinden nähern sie sich in ihrem sprachlichen Ausdruck im Verlauf der Projekte immer stärker einer poetischen Sprache an, die von den professionellen ErzählerInnen lebendig vorgegeben wird.
Durch das Einbeziehen fremdsprachiger ErzählerInnen und das Erzählen von Märchen aus den Herkunftsländern der Eltern weitet sich der Blick auf den Reichtum von Sprachen und Kulturen.

  • konzept_1
  • konzept_2

ErzählZeit

  • ist ein erprobtes Verfahren, Kinder an die deutsche Sprache heranzuführen. Davon profitieren insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund, in deren Elternhäusern nicht deutsch gesprochen wird, sowie Kinder aus sozial schwachen Milieus und Kinder mit erheblichen Lernschwierigkeiten.
  • erweitert die Sprach- und Erzählkompetenz der Kinder in einem latenten Lernprozess, in dem sich rationales und emotionales Verstehen auf fruchtbare Weise ergänzen. In besonderer Weise wird die Lust am Gebrauch einer poetischen Sprache geweckt.
  • versteht das Erzählen von Märchen als Grundschule literarischer Bildung. Die Kinder werden an Zeugnisse der Weltliteratur herangeführt.
  • fördert die Neugier der Kinder auf andere Kulturen durch das Erzählen von Märchen aus aller Welt – ein Weg zur gegenseitigen Verständigung und Akzeptanz.
  • stärkt die Konzentrationsfähigkeit der Kinder, d.h. ihre unabgelenkte Aufmerksamkeit auf die Verlebendigung des gesprochenen Wortes.
  • entwickelt die Phantasie und Kreativität, die Fähigkeit, eigene Bilder beim Zuhören zu imaginieren.
  • schließt die Kluft im Bereich der Bildungschanchen: Künstlerisches Erzählen erreicht alle Kinder. Es ist d i e demokratische Form der Literaturvermittlung.
  • ist ein Projekt, das in jeder Schule eingesetzt werden kann, es bedarf keiner technischen Ausstattung und ist flexibel.
  • konzept_3
  • konzept_4

Die Erfolge des Projektes sind zum einen an die Langfristigkeit und Intensität der Begegnung mit dem mündlich vermittelten Märchen gebunden, zum anderen an die Professionalität der ErzählerInnen.
Lehrer, die sich für die Wiederentdeckung des Erzählens in der Schule stark machen, können durch die Rückbesinnung auf alte literarische und pädagogische Traditionen nachhaltige Veränderungen im Bereich der Sprachförderung anstoßen.

Bei Interesse an einem Erzählprojekt an ihrer Schule senden Sie bitte eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!